Läbba geht weida

Nach der ernüchternden Geschichte in Savona und der Erkenntnis die Erwartungen am Boden zu halten , fahren wir weiter Richtung Port Grimaud/St Tropez.

Eigentlich wollten wir noch eine Übernachtung Nähe Cannes einbauen , haben aber morgens nach dem aufwachen und kurzem Blickkontakt beschlossen , durch zu fahren .

So schnell hatten wir selten zusammengepackt . Ab auf die Autobahn, nix Küstenstraße . Ans Ziel wollen wir.

Unterwegs melden sich unsere Stuttgarter Freunde. Sie sind kurz hinter uns auf der Autobahn .

Überholen uns , machen ein Video , Meeting am Rastplatz .

Total schönes Gefühl in der Ferne ein Stück Heimat zu treffen .

Und mit dem Stück Heimat oder besser zweien verbringen wir die nächsten zehn Tage . Wir im Mo, die beiden in der Ferienwohnung über den Strand zu erreichen .

Wir haben ein gutes Gefühl . Wohlig warm. Dennoch erwarten wir nichts . Sind einfach froh und gespannt und freuen uns .

Wie Eddie. Der lebt auch im Moment . Nicht gestern . Nicht morgen . Heute .

Und fühlt sich etwas gut an , lächelt er.

Eigentlich ganz einfach . Oder ?

Aufgewärmt Teil 2

Weiter gehts, vom Lago Maggiore ans Meer. Erst noch die teuerste Tankstelle Italiens angefahren, genau die, die Herr Müller meiden wollte, da sie ja letztes Jahr schon die teuerste war. Und jetzt, wieder dort. Kurz hinter Luino auf der Landstraße, aber 15 Cent teurer, als auf einer Autobahnraststätte. Aber dafür ja in der Dieselteuren Schweiz nicht tanken müssen. Naja, nächstes Jahr denken wir dran.

Wir wollen ans Meer, wenn alles gut läuft nach Savona. Herr Müllers Favorit. Kleiner Platz, Stellplatz direkt am Meer. Eine kleine Kirche nebenan, die mit ihren Glocken ein Lied spielt. Eine Pizza und ein Bier direkt vor Mo und dem Meer.

Die Fahrt läuft super, wir kommen dort an, bekommen einen Platz, eigentlich alles top.

ABER?

Irgendwie fehlt das feeling, es fühlt sich nicht so an wie erhofft.

ABER WARUM?

Es ist alles perfekt, wir stehen direkt am Meer, waren Baden, essen die Pizza vorm Mo und trinken ein Bier dazu. Perfekt, aber war die Vorstellung, dies zu toppen? Kann man es toppen? MUSS man es?

NEIN,

Es ist einfach perfekt, man muss es nicht immer noch besser, noch perfekter haben. Man muss mal wieder auf den Boden zurück kommen.

Am nächsten morgen spielt die kleine Kirche das Lied. Das ist Glück. Die kleinen Dinge im Leben machen einen glücklich. Dessen sollte man sich immer wieder bewusst sein.

Nie wird’s wieder so schön wie es war …

Man soll ja NIEMALS NIE wieder was aufwärmen . Außer Gulasch oder Linsen vielleicht .

Aber auf GAR KEINEN FALL ein Urlaubsziel oder gar den gleichen Campingplatz.

Wir machen es doch . Fahren direkt nach Maccagno zum bekannten Platz. An der Rezeption geparkt, noch nicht mal ausgestiegen, meint die freundliche Dame am Empfang : euch kenn ich doch !

Na klar ! Juhu ! Wir strahlen . Alle Daten vom letzen Jahr noch da . Datenschutz wird in Italien ja eh überbewertet.

Platz bekommen , zweite Reihe zum See nur, macht aber nix .

Schon am ersten Tag werden wir so oft auf Mo angesprochen wie das letzte ganze Jahr . Und wieder sind die Schwaben die freundlichsten .

Na gut , der Platz beherbergt auch 80% Schwaben . Klar , die haben noch Ferien . Sogar Mimi kommt das ganz schön viel vor .

Dennoch : alles super relaxed. Eddie entspannt , Eltern entspannt .

Mit dem Schiff zum Markt nach Cannobio. Eddie unterhält die Passagiere . Alles gut .

Nach zwei Nächten geht’s weiter .

Fazit : manches schmeckt aufgewärmt sogar besser .

Zum Beispiel eine echte italienische Lasagne. Hätte man auch vorher wissen können 😜

Das sollten wir öfters machen !

Nach dem Schwabenland geht’s Richtung Schweiz. Zum Vierwaldstätter See.

Wir fahren und irgendwann kommt das Schild Rheinfall. Wollen wir da nicht Rast machen ? Ach nö, vielleicht .,?!?

Mimis Bauch sagt: anhalten! Trotzdem wird gezögert als die Begeisterung der anderen sich in Grenzen hält . Ein weiteres Schild . Und noch eins . Und plötzlich wird es hektisch : doch raus fahren , anhalten . Pause machen .

Bester Bauch , beste Entscheidung.

Es ist wunderschön. Ein kleiner Ausflug mitten in unserer Reise. Und die teuerste Bratwurst aller Zeiten !

Macht nix. Schön wars !

Weiter geht’s völlig entspannt . Ankunft Vierwaldstätter See. Unser Campingplatz hat ne Baustelle und keinen Seezugang. Der Besitzer ist so nett und empfiehlt einen anderen Platz .

Wir bleiben relaxed und schwupp : der neue Platz ist super !

Schwimmen ne Runde , essen eine Kleinigkeit .duschen . Fertig .

Das Leben kann so schön sein. Herr Müller fragt : war das jetzt alles zu einfach ?

Ne,nix ist einfach . Aber manchmal fällt es doch etwas leichter .

Mit einer anderen Einstellung . Einem Lächeln im Gesicht . Keinen hohen Erwartungen.

Und schwupp , hat man sich paar Löffel gespart !

🥄🥄🥄🥄😊

Und es gibt sie doch …!

Ja , wirklich . Es gibt sie . Herzliche Schwaben ! Und wir haben sie . In der Familie ❤️

Sind mit dem Mo gestartet . Erster Stop alte Heimat Mimi.

Top Stellplatz ,herzlichste Betreuung , beste Lasagne als Einstimmung auf Urlaub.

Gespräche mit Spaß, Gespräche mit Tiefgang und Bespassung Eddie . Alles da. Einfach , unkompliziert, herzlich . So muss das sein .

Danke !

… und der Schwabe ist wieder rehabilitiert 😝

Balanceakt

Ein Film im ZDF über MS.

Ein toller Film, toll gespielt. Sehr authentisch. Obwohl die Krankheit bei jedem anders ist und andere Symptome hat. Wir schauen den Film.

Am Anfang sagt die MS-Kranke : es hätte viel schlimmer kommen können . Ein Hirntumor oder so …

Bei diesen Krankheiten gibt es kein Vergleichen . Kein schlimmer .

Jeder Mensch, jede Erkrankung ist anders . Ist ja auch nicht jeder Mittwoch gleich wie der andere . Manchmal kommt die Sonne , manchmal Regen .

Mimi macht sich Sorgen, ob es gut ist, wenn Herr Müller den Film schaut. Ja, es ist gut. Jeder sollte den Film schauen, um etwas mehr über die Krankheit zu erfahren.

Der Film holt uns wieder etwas herunter. Um was geht es, was ist wichtig in unserem Leben. Warum vergeuden wir soviel Kraft und Löffel mit Nichtigkeiten und mit Sachen und Leuten, die uns nicht gut tun.

Ja, wir sind krank. Wir wissen nicht, wie es weiter geht oder wie lange es noch so weitergeht, wie es gerade ist.

Deshalb leben wir in unserem Tempo und genießen jeden Augenblick, den wir zusammen haben. In der Theorie .

In der Praxis rast der Tag manchmal an uns vorbei . Auf die Frage , wie geht’s , antworten wir immer mit gut . Es geht unter, wenn Herrn Müller der ganze Arm schmerzt oder Mimi so konfus ist , dass sie es kaum schafft in den Supermarkt zu gehen .

Achtsamkeit ist mal wieder das Zauberwort. Und das sollte sich jeder auf die Fahne schreiben.

Egal ob krank oder gesund .

Aber heute und in diesem Fall wir zwei ganz besonders!

🙏❤️

Wer hat an der Uhr gedreht..?!?

Ist es wirklich schon so spät??

Gerade mal nach dem Blog geschaut . Letzter Eintrag 01. August. Hallo ?? Wollten wir nicht einen kurzen Boxenstopp machen ? Praktisch rein , raus , Mickymaus.

Wochen sind vergangen . Dies und das musste noch erledigt werden .

Manches war schön , manches war unnütz .

Der Herbst klopft an die Tür , leise , aber beständig .

Wir wollen das nicht . Wir haben die Möglichkeit dem Sommer nach zu reisen . Und das werden wir auch tun . Gen Süden .

Alte Heimat Mimi, und dann Richtung Italien.

Mimi Mo und Herr Müller und na klar Eddie .

Es wird höchste Zeit . Als wir aus Holland kamen , waren wir locker . Das Leben war unser Freund und unsere Batterien geladen .

Heute saßen wir das erste mal im Garten und haben nichts gemacht . NICHTS. Nur genossen .

Und dann haben wir uns angesehen und alles war klar .

In den nächsten Tagen wird Mo wieder gecheckt , beladen und weg .

Und ihr ? Bekommt neue Reiseberichte ,neue Weisheiten und neue Bilder .

Wir freuen uns ! ❤️

… have a break…

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt .

Die Nacht war kurz und das Wetter stürmisch .

Der Morgen : suboptimal.

Mos Insassen sind müde und Hollands Sonnenmacher wohl auch . Es regnet Bindfäden und dazu fällt Mo wegen des Windes fast um.

Die Wettervorhersage sagt , keine Änderung die nächste Woche.

Wir schauen uns an und die Entscheidung ist getroffen .

So schnell haben wir noch nie zusammen gepackt . Und weg waren wir !

Richtung Heimathafen. Dort scheint die Sonne und wir können noch ein paar schöne Tage mit Familie und Freunden verbringen bis wir wieder aufbrechen . Nach einem kurzen Boxenstopp.

Muss auch mal sein ‚

Und jetzt kommen noch ein paar Impressionen für euch ❤️

Ein Baby ist ein Baby ist ein Baby

Unser Baby zahnt. Nicht weiter schlimm ,aber wenn man gewohnt ist , dass der Babymann immer gut drauf ist und schwups auf einmal waren zwei Zähne auf einmal da , der wundert sich schon , wenn es auf einmal Tränen gibt .

Dazu hat klein Eddie eine Erkältung , weil man ja auf jeden Fall ins Meer musste . Und die Eltern ihn gelassen haben . Weil er das Wasser liebt wie wir . Soweit so gut .

Nun ist er weinerlich . Er braucht uns . Mama und Papa . Ist erst zufrieden , wenn auf beide bei ihm sind . Kuschelt sich an uns , rollt sich zusammen . Ist klein wie im Bauch .

Erst waren wir erschrocken : omg Eddie ist krank !!!

Nein , Eddie bekommt Zähne und ist erkältet und ist ein Baby . Fertig .

Und wir ? Sehnen wir uns nicht auch nach Nähe , Geborgenheit , wenns mal nicht so gut läuft ?

Eine sichere Bank, eine Hand , die uns hält . Arme , die uns umschlingen und sagen , dass alles wieder gut wird . Ist jeder Schmerz nicht ein wenig kleiner , wenn man ihn teilt ?

In diesem Sinne : lasst uns auch mal wieder Baby sein . Klein . Verletzlich . Und kein bischen stark .

Und erst dann beweist das echte Stärke .

HUG. Ich habe gesprochen !

Morgen geht’s weiter Richtung Amsterdam. Vielleicht . Wenn wir uns nicht irgendwo zusammen rollen und einfach mal nur Baby sind .

Und wer hat’s erfunden ..?

Hygge kennt inzwischen jeder . Das dänische Synonym für Behaglichkeit, ein gemütliches Nest .

Der neueste Shit in town nennt sich:niksen. Schon mal gehört ?

Das bedeutet Nichtstun . In die Luft starren , Füße baumeln lassen , Luftschlösser bauen . Und das entspannt . Und verhindert Krankheiten . Aha .

Und wer hat’s erfunden ? Die Niederländer !

Und wo sind wir gerade ? Bei den Niederländern. Was ein Stück Glück .

Nie mehr krank und in die Luft starren können wir gut .

Spaß ohne . Wir lernen gerade wieder mal Nichtstun. Selbst im Mo findet sich immer was zu tun . Abspülen , Müll weg. Wäsche waschen ,Bett machen .

Und mal ganz im Ernst ? Wen interessiert das schon ?

So lange wir glücklich sind , unser Baby strahlt und die Kakerlaken nicht Samba tanzen , ist alles gut .

Also , öfter mal den Stock aus dem Arsch nehmen , sich hinsetzen und auf den Berg Wäsche starren . Sinnieren . Nichtstun. Mattscheibe . Fertig .

Das ist was wir heute zu sagen hatten . Und jetzt müssen wir uns ausruhen . Niksen.