Gefangen im Paradies

Jetzt ist es ernst. Spanien verhängt den Notstand. Ausgangssperre ab heute morgen. Nur noch zum Supermarkt, Apotheke und Doktor. Wow. Gestern sagte Herr Müller noch, sie würden uns schon nicht erschiessen, wenn wir eine Runde spazieren gehen. Heute morgen teilte uns die Polizei auf sehr bestimmende Weise mit, wir sollen doch nach Hause gehen. Jetzt sitzen wir hier, in unserer Bude und wissen auch nicht weiter. Zum Glück hat der Balkon Sonne und wir waren gestern nochmal essen. Das positive ist, dass die Pizzeria weiterhin geöffnet hat und man wenigstens Pizza mit nach Hause nehmen kann. Nur wie lange soll das gut gehen , wann kommt der Koller. Mimi ist das heute schon Zuviel. Die Sperre sollte ab morgen sein, sie wollte heute nochmal baden. Jetzt ist alles anders, mal sehen, was noch passiert.

Früher war alles anders oder size NOT matters

Heute beginnt es mit einem Foto :

Seht ihr das minikleine Auto ? Auf dem RIESEN Parkplatz ? Unglaublich klein das Kütschle, oder ?

Der Parkplatz reicht eigentlich für zwei von denen. Heute wäre es fast ein Smart Parkplatz und wer mit seinen Status – SUV kommt , kotzt erstmal wegen der Enge .

Früher ist man mit so einem Miniauto in Urlaub gefahren . Zu viert . Mit Skiern. Natürlich mit Gepäck ! Gut , es war vielleicht ein VW Käfer , aber mit dem würde man heute noch höchstens zu zweit zum Oldtimer treffen fahren .

Statistisch gesehen sind wir Menschen dagegen in den letzten 30 Jahren kaum größer geworden . Breiter vielleicht ..

und trotzdem meint jeder auf die Größe kommt es an . Wissen wir nicht spätesten seit Oswalt Kolle , dass eben nicht die Größe ausschlaggebend ist ?

Minis Freundin ist eine kleine Frau , kaum größer als ein Zwerg (nicht böse , despektierlich oder irgendwas gemeint !!)und wuppt Ehemann , zwei Schwangerschaften , die dazugehörigen Kinder und bis vor kurzem noch einen Riesenhund. Ach und berufstätig ist sie auch noch . Geht alles .

Wo ein Wille ist , ist auch ein Weg .

Ein Auto ist ein Auto und wir sind wir . Egal wie groß oder klein .

Das wars . Die minikleine Botschaft zum Samstag .

Schönes Wochenende!

Tut er‘s oder tut er es nicht ?

Herr Müller ist der Meinung etwas Zuviel Gewicht auf die Waage zu bringen. Also fängt er wieder an etwas zu laufen. Also man kann es nicht laufen nennen, aber leichtes joggen trifft es. Angefangen mit ca. 3 km in ca. 20-25 min. bis hin zu 5 km in ca. 35 min. Einfach etwas Bewegung. Die zuvor extra gekaufte Waage dankt es. Unsere Freunde aus Weißrussland sagen, dass in unserer Stadt ein Lauf über 5 km stattfindet und ob es nicht schön wäre, wenn Herr Müller und sie da mitlaufen würden. Herr Müller sagte sofort dass er keine 5 km laufen würde und sich nicht seine Zeiten kaputt machen würde. Außerdem hat der Arzt gesagt, keine Wettkämpfe mehr, nur noch leichte Bewegung. Somit war das Thema eigentlich vom Tisch. Aber nach einer schlaflosen Nacht in der man sich viele Gedanken machen konnte, wurde ihm klar, dass dieses Denken altes Leben ist. Höher, schneller, weiter. Am nächsten Tag sagte er zu ihnen : „ lets have fun, we do it“ und meldete sich gleich abends für den Lauf an. Die nächsten Tage wurde dann etwas mehr gelaufen, man will ja nicht als letzter ins Ziel kommen. (Danke an Mimi und Eddie, die etwas zu kurz kamen).

Heute war es nun soweit. Start um 9.00 h spanischer Zeit. Nachdem wir dreimal von der startaufstellung zu einem Platz mit Mikrofon gerufen wurden und und dort irgendwas angehört haben, was wir nicht verstanden haben, ging es auch um kurz nach halb zehn los. Das Rennen war super und jeder gab sein bestes und war total KO. Danach gab es Kleinigkeiten zu essen und Bier soviel man wollte. Ja, Bier mit Umdrehungen und kein alkoholfreies wie nach einem Lauf in Deutschland. Es war ein Super Tag. DANKE an alle.

Alle guten Dinge sind drei

Oder ?

Wir wurden jetzt schon drei mal gefragt , ob wir hier leben . Das letzte mal von einem Einheimischen auf dem Markt . Und das beste : es war keine Frage , sondern ein : Ihr lebt aber hier , richtig ?

Und das ganze mit unseren kläglichen spanischKenntnissen. Aber es reicht für eine kleine Unterhaltung, holprig aber verständlich.

Im Dorf werden wir gegrüßt , man kennt sich und uns sowieso jeder . Das bunte Paar mit dem rothaarigen Baby . So hat uns unsere italienische Freundin hier beschrieben als sie uns das erste mal sah.

Wir fühlen uns wohl . Sauwohl sozusagen .

Mittlerweile sind wir im letzten Drittel unserer Zeit hier . Das fühlt sich komisch an. Wir gehören hier doch her , oder ?

Eddie ist ein Weltenbummler- Baby.

Das ganze Dorf liebt ihn und er hat Freunde hier gefunden .

Und wir auch .

Hatten schon wundervolle Abende bei unserer italienischen Familie und bei unseren Freunden aus Weißrussland.

Wie es weitergeht ?

Man wird sehen . Die kleine Familie denkt nach . Gründlich .

Und hier wieder mal ein paar Eindrücke für euch ❤️

Narri Narro, immernoch froh

Ein herzliches Helau von der Insel!

Ne wir sind nicht verrückt , hier ist immernoch Karneval und es geht noch weiter !

Im Gegensatz zu uns beginnt der Karneval hier in der Hauptstadt und wenn die Feierlichkeiten beendet sind , geht’s in den umliegenden Gemeinden weiter .

Heißt für uns : Fasching bis Mitte März !

Und damit ihr mal einen Eindruck bekommt , warum auf Teneriffa der zweitgrößte Karneval der Welt nach Rio gefeiert wird , bzw wie , ein paar Bilder von unserem ersten Besuch !

Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch

Da sind wir nun schon ein paar Wochen auf Teneriffa . Kennen die Frau vom Bäcker , diverse Jungs aus der kleinen Kneipe , die alten Leute von der Piazza .

Und : haben neue Freunde gefunden .

Mimi hat auf dem Spielplatz zwei junge Frauen kennengelernt . Die eine kommt aus Weißrussland und verbringt hier mit Mann und Baby auch drei Monate .

Die andere ist Italienerin und lebt seit einem halben Jahr hier mit Mann und zwei Kids .

Wir unterhalten uns auf englisch , Italienisch und russisch . Und alle drei freuen wir uns hier an der Sonne und dem Meer. Den freundlichen Menschen , die unsere Kinder einfach ansprechen , stehen bleiben , Zeit für einen kurzen Plausch haben . In den Cafés sitzen und reden . Am Spielplatz stehen und jeder hilft jedem Kind . Essen wird geteilt , egal in welcher Sprache .

Wir alle drei haben uns einsam gefühlt in unseren alten Welten . Gehetzt , angetrieben von fremden Erwartungen. Und teilweise wie Aliens, weil wir doch einfach mal nur glücklich sein wollten . Ohne Eile . Und das können wir gerade hier . Das fühlt sich gut an. Freier . Leichter.

Wir drei kommen aus unterschiedlichen Teilen der Erde und treffen uns hier . Mit den gleichen Sehnsüchten , Hoffnungen , Ängsten und Träumen.

Unsere Kinder spielen , wir trinken ein Bier zusammen . Unsere Männer sind dazu gekommen .

Und es fühlt sich gut an. Mensch sein. Carpe diem 🙏

and this is for our new friends :

A human is a human is a human ..

Right now we are several weeks in Tenerife. We know the lady from the Bakery, some guys from the small bar at the corner, the older people sitting at the Piazza.

And: we made new friends.

Mimi met two young mums at the playground.

One is from Belaruss and lives here three months with husband and baby.

The other one is italian and lives here since six months with husband and two kids.

We are talking in english italian russian.

And we all enjoy the sun, the sea, the smiles of the people living here, the nice words foreigners speak to our kids, the helping hands at the playground, kids sharing food and toys. People who have time for a chat at the piazza or just sit in the sun enjoying life.

Everyone of us felt a bit lonely at home, misunderstood, sometimes like an alien. Always in a hurry, rushing from A to B. While we only wanted to be happy.

And so are we here. Life is brighter and more easy. We feel free. Accepted.

We three ladies come from different countries but we all have the same wishes longings and hopes and fears. We met here. Destiny.

Our kids are playing, we are having a drink together. Our husbands join us.

Feels good. Being Human.

Carpe diem 🙏

Teneriffa, oder wo?

Wir sind fast 5 Flugstunden von zuhause entfernt. Lernen etwas spanisch, damit wir besser zurecht kommen und uns etwas verständigen können. Also Mimi kann es problemlos, bei Herr Müller ist es eher auf ola, cerveza, grazias und Adios beschränkt. Aber er ist stets bemüht und lernt jeden Tag dazu. Es ist nun mal anstrengender nicht in seinem gewohnten Umfeld oder in seiner Komfortzone zu sein. Gerade für uns. In einem fremden Land mit einer fremden Sprache. Aber wir tun unser bestes und es wird jeden Tag besser und einfacher. Sogar die etwas ältere Bäckersfrau ist schon Herr Müllers Freundin geworden, da er jetzt nicht nur unfallfrei Brot bestellen kann, sondern auch weiß, was er zahlen muss. Zuhause kommen unsere Fahrzeuge aus Mimis Heimat, hier fahren wir einen aus Herr Müllers. Er sagte zwar immer, wenn er mal einen Opel fährt, dann einen Opel GT (gebaut um 1970 für damals den kleinen Playboy, wie es eine hessische Band besang.) Jetzt ist es ein Mokka für die restliche Zeit und er ist wesentlich besser, als sein italienischer Vorgänger, den wir 10 Tage hatten.

Und wir wollen ja auch hier sein, im warmen, am Meer. Regionale Produkte essen und trinken. Spanische Märkte bevorzugen. Da ist es schon komisch, wenn in uns bekannten Supermärkten der Wein aus Rheinhessen kommt und Festbier angeboten wird. Und das noch billiger als zuhause. Oder es nach einem Einkauf Hot-Dogs und softeis gibt, sowie Sportbekleidung.

Naja, am Abend gibt es wieder fangfrischen Fisch und Wein und Bier aus der Region.

In diesem Sinne :“salud“

Halbvoll oder halb leer

…der alte Hut oder die Frage , die so alt ist wie die Menschheit: ist dein Glas halb voll oder halb leer?

Wir alle wissen , dass es auf die Sichtweise ankommt wie wir durchs Leben gehen. Und trotzdem ; manchmal ist jedes scheiss Glas eher leer , jede Ampel rot und die Schlange an der Kasse bei uns immer am längsten .

Neulich waren wir unseren Mietwagen verlängern . Wir verkünden der Dame , dass wir ja einen Tag eher da sind , aber das Auto noch länger haben wollen .

Die Dame schaut uns an und meint nur : es ist 16 Uhr und ihr Vertrag ist heute um 12 Uhr beendet . What ??? Herr Müller war sich so sicher , das es morgen ist . Pustekuchen.

Aber was sollen wir sagen . Wir verlängerten den Vertrag, bekommen ein Upgrade beim neuen Auto , bekommen Rabatt und lassen das alte Auto mit leerem Tank stehen . Klingt Bombe oder ?

Und trotzdem lamentiert Herr Müller den ganzen Rückweg darüber , dass es ja der falsche Tag war , wie furchtbar , was alles hätte passieren können etc.

Mimi sagt : Shut up und genieße was wir für ein Glück hatten . Glas halb voll .

Vertauschte Rollen, neue Szene .

Eddie schläft gerade schlecht . Er geht in sein Bett und nach fünf Stunden wacht er auf und will zu uns . Braucht Unmengen an Fläschchen nachts . Mimi kotzt. Bla bla andere Kinder schlafen durch , nur unseres nicht …

Herr Müller bleibt gelassen und lieb . Eddie ist eben ein Baby und immer toll . Glas halb voll .

Da kommt eine Nachricht von einer lieben Freundin:

Hurra , unser Baby hat heute Nacht fünf Stunden in seinem Bett geschlafen und dann noch bis morgens um acht bei uns . Ich bin so erholt wie noch nie und überglücklich !

Wir schauen uns an . Eddie pennt in unserem Bett immer weiter bis morgens um acht oder neun . Und wie wachen auf und nörgeln , weil er nicht in seinem Bett durch schläft .

Verkehrte Welt . Oder auf die Sichtweise kommt es an . Einfach mal wieder annehmen wie es ist und das beste raus ziehen . Jeder weiß es , jeder vergisst es immer wieder . Dabei ist es so einfach . Upside down 🙃

Das Meer ist mir heute zu stürmisch zum Baden . Scheisstag. NEIN!! Es ist Januar und wir sitzen im Bikini am Strand . Hallo ??

Die Schlange an der Kasse ist lang . Egal . Zeit mal durch zu atmen .

Das Baby will zu uns ins Bett .

Hurra , bald will es nicht mal mehr auf den Arm .

Und so weiter ..

Das ist heute ein kurzer Reminder an uns alle . Irgendwas ist immer gut und irgendwie halb voll .

Meistens .

Bestimmt .

Irgendwann auf jeden Fall.

Schönen Sonntag euch allen !

Und ein paar Bilder zum anschauen , die einfach nur schön sind . Halb voll oder halb leer !

#ueberwinternimsueden oder tschö und hola

Wir haben es getan . Also wirklich . Rein in den Flieger und ab . Bis Ostern . Teneriffa .

War alles erst noch ganz schön wacklig . Die ganze Familie erkältet . Und wenn Mimi erkältet ist , geht fliegen garnicht . Wegen ihrem Hirn und Druckausgleich und und .. auf der letzen Rille und mit Antibiotika und Cortison ging’s dann irgendwie doch . Auch Mamas Tipp sei dank , Ohrstöpsel für Piloten .

Eddie war mal wieder am gelassensten. Geweckt um drei Uhr nachts , Flughafen , fliegen, alles egal . Geschlafen und geflirtet. Landung fertig .

Für Mimi und Herr Müller ist es dann doch etwas mehr . Ab und zu nagt der Zweifel . Schaffen wir das alles , wir sind nicht gesund , was wäre wenn , sind wir zu unvorsichtig….

aber irgendwie beißen wir uns durch . Schaffen es mit dem Mietwagen in unsere Bude .

Und :

Wohnung toll , Staedtchen toll , Meer toll und Sonne gibt’s auch .

Wir sind glücklich und STOLZ!

Auf UNS!

Und jetzt sortieren wir erstmal unsere Schachteln im Kopf wieder , schauen uns um und werden berichten .

Bis dahin , hasta luego!