Nachdem wir uns überlegen aus dem ganzen Geschichtensalat hier ein Buch zu machen , ist uns aufgefallen , dass hier bisher nur Mos Anfang beschrieben wurde .
Aber vielleicht ist es ja auch ganz interessant zu wissen , wie das so mit Mimi und Herrn Müller war. Woher gekommen , wie was und überhaupt .
Getroffen in der Reha . Dann gegenseitig die Geschichte erzählt und sogar aufgeschrieben damals schon .
Und hier ist Mimis Geschichte:
Vier Wochen vor meinen 40. Geburtstag bekam ich die Diagnose Hirntumor. Vorausgegangen waren Monate mit Kopfschmerzen, Sehstörungen.
Eine Operation war unumgänglich . Das machte mir der Chirurg schnell klar .
Die Operation lief gut , allerdings waren die Folgen groß . Mein Körper hat im kh so gut wie abgeschaltet . Mit Infusionen wurde versucht mich zu stabilisieren. Ein feinfühliger Arzt antwortete mir auf meine Frage , was passiert , wenn nichts anschlägt: dann sterben sie . So einfach . Nach drei Wochen wurde ich in die Anschlussheilbehandlung gebracht . Ich hatte keinen Geschmacks/ und keinen Geruchssinn mehr . Mein Gleichgewichtssinn war gestört . Neurologisch gesehen konnte ich die einfachsten Begriffe nicht mehr assoziieren .
Ich , die vorher Vorträge vor mehreren tausend Menschen gehalten habe , Studenten unterrichtet , mit den Ministerien zusammengearbeitet habe und mich für Inklusion und Gleichstellung international eingesetzt habe .
Ich musste wieder lernen zu denken , langsam . Lernen Fahrrad zu fahren , zügig zu gehen . Schmecken , riechen . Nerven können sich erholen . Ich hatte Glück .
Meinen Job kann ich nicht mehr ausüben . Ich bin schwerbehindert und dienstunfähig.
Aber ich lebe . Und liebe .
Der Tumor kann zurück kommen . Eine Hirnzyste ist geblieben . Die Angst vor jeder Kontrolle bleibt . Mit Medikamenten wird mein Körper eingestellt . Ich brauche mehr Pausen und an manchen Tagen fehlen mir die Worte . Dann schweige ich und versuche mich zu sortieren .
Denn ich werde gebraucht . Ich habe jetzt eine eigene Familie . Und hier kommt Herr müller ins Spiel .
Warum ich das erst jetzt alles öffentlich schreibe ? Weil ich es vorher nicht konnte.
Danke an meine Familie und Freunde , die mich immer unterstützen . Ich liebe euch .
❤️
