Begegnungen

Am nächsten Platz steht ein Pkw neben unserem Bus. Ein älteres Pärchen sitzt davor. Sie sind aus England und bereisen die italienischen Seen. Er hatte vor 20 Jahren einen Motorradunfall. Ihm fehlt der rechte Arm und das rechte Bein. Am Bein trägt er eine Prothese, der Arm ist nur ein Stumpf. Trotzdem hat er Schmerzen . Phantomschmerzen. Jeden Tag. Und jeden Tag entscheidet er sich neu für das Leben und jammert nicht.

Er fährt das Auto. Von England nach Italien, durch die Schweiz, Deutschland. Er steigt mit seiner Prothese die Stufen zum Leuchtturm hinauf , wo seine Frau schlapp macht. Es ist ein bewundernswerter Mensch, der einen unglaublichen Willen hat.

Die beiden übernachten in ihrem PKW auf einer Luftmatratze. Einziger Luxus ist ein kleiner Ventilator und ihr Gaskocher . Beide sind ca. 60 Jahre alt .

Da wird einem wieder das wesentliche bewusst und man sieht, auf was es eigentlich ankommt( und nicht, wie groß die Steine am Strand sind…) Es war ein tiefsinniges Gespräch mit viel Gänsehaut und feuchten Augen.

„Alles geht, nur eben anders.“

Insomnia – Auf der Suche nach Schlaf….

Eigentlich wollten wir ja mal einen Bericht als Heimscheisser über menschliche Bedürfnisse schreiben, aber dazu vielleicht später. Aus aktuellem Anlass wird der Schlafbericht vorgezogen.

Schlafentzug ist nicht umsonst eine gern angewandte Foltermethode. Inzwischen können wir ein Lied davon singen . Die Hitze im Mo, aber auch diverse andere Artgenossen haben uns an unsere Grenzen gebracht . Schreiende Kinder , bellende Hunde, feiernde Nachbarn und gefühlte ständige 40Grad . Aaaaahhhh!!!

Das letzte Mal richtig geschlafen haben wir in Savona. Dann haben wir in Elba dreimal den Platz gewechselt, nicht erfolgreich. Sind zurück aufs Festland nach Moneglia gefahren, wunderschön, aber zum schlafen nicht erfolgreich. Das stresst total. Uns beide. Der einzige der vergnügt vor sich hin schnattert und jede noch so kleine und enge Straße nimmt, ist Mo.

Mimi und Herr Müller sind GEEERREIZZZT. Unter Mos kleinem Dach fliegen die Fetzen. Wir ziehen die Notbremse und mieten uns nach sechs Stunden Fahrt ein kleines Zimmer um runter zu kommen und eine Mütze Schlaf zu bekommen.

Ein kleines Hotel in Laglio am Comer See, 400 Treppenstufen von George Clooney entfernt (kein Witz!!). Erstmal gefühlt eine Stunde geduscht, dann gut gegessen. Das kleine nun auch nicht mehr soooo kühle ruhige Zimmer entpuppt sich als das Zimmer neben den italienischen Flodders. Die Ruhe ist vorbei. Mimi schläft, Herr Müller träumt vom schlafen. Liegen doch die Ohropacks und die Schlafmaske (JA, Ihr lest richtig, soweit ist es schon) unten im Mo.

Achja, und noch was für den Glamour-Faktor: in dem Hotel sind wir übrigens nur gelandet , weil die Straße vor uns abgesperrt wurde wegen eines filmdrehs mit Jennifer Aniston… ohmygod?!?!

Festland

Moneglia, ein schönes Städtchen am Meer zwischen Portofino und Cinque Terre. Oder zwischen Pisa und Genua. Eine Weltreise von der Autobahn bis hier durch das italienische Gebirge. Es hat ewig gedauert, bis wir am Meer angekommen sind, und dann standen wir vor einem Tunnel mit einer roten Ampel. Diese wurde nur alle 10 Minuten grün. Der Tunnel ist nur One-Way befahrbar. Echt der Hammer… Wir fahren durch das Städtchen zum nächsten Tunnel und mittendrin eine Ausfahrt zu unserem Platz. Wenn der Pkw vor uns nicht auch dort abgebogen wäre, wären wir bestimmt durchgestartet, da Herr Müller gesagt hätte : da komm ich nie rein. Danke an Dynamo. Den letzten Platz ergattert, direkt am Meer. Wieder mal richtig Glück gehabt….

Arrivederci Elba

…. vom Strand zurück zu Mo. was ist das? Da steht ein Alter 410er Benz und nimmt uns die Sicht auf das Meer… Mimis erste Aktion ist den Mittelfinger in die Richtung zu zeigen. Ohne lange zu überlegen sagen wir, dass wir morgen weiterfahren.

Es sind Eva und Christian aus Erlangen. Sie waren auch schon eine Woche in Lacona und wollten dem Trubel entfliehen. Mit dem Bus war Eva schon als Kind mit ihren Eltern hier. Er heißt „Bus“.

Also alle Aufregung verflogen und den Nachmittag und den Abend zusammen verbracht.

Wir bleiben doch noch einen Tag. Aber dann gehts weiter, zurück aufs Festland…..

Elba- wieder versöhnt…

Teil 3 :

Im Norden angekommen. Nur über einen kleinen Berg ( mit 20 km/h). Ein Traum. Enfola, hier hört die Straße auf. Ein terrassenförmiger Platz auf dem Mo Mühe hat, nach oben zu kommen. Ein kleiner Strand in einer Bucht, steinig, aber klares, teils türkises Wasser. Nur über die Straße der zweite Strand am Norden der Insel. Das Meer ist klar und ein Traum. Wir fühlen uns auf Anhieb irgendwie wohl. Kaufen uns zu einem super Schnäppchen Preis (…) eine Taucherbrille mit Schnorchel um die Unterwasserwelt zu bestaunen. Klar, wir wollten ans Meer. Irgendwie selbstverständlich, dass man die Taucherbrille, den Schnorchel, die Flossen und die Badeschuhe (mit denen man nicht wie der erste Mensch ins und aus dem Wasser geht) zuhause lässt. Die Pizza ist gut, direkt am Meer, der Bademeister-Luigi Mimis bester Freund. Also am nächsten Tag wieder an den Strand, am schnorcheln erfreut und das Meer genossen….

Versöhnung???

Nachtrag zu Elba Teil 2.

Mal aus neutraler Sicht und mit etwas Abstand betrachtet ist Elba kein hässlicher Fleck. Es ist landschaftlich echt schön. Es hat eben keine karibischen Strände, aber man kann ohne Schuhe ins Meer gehen. Das Essen ist top und der Mond war gestern der Hammer. Also wir geben der Insel mal noch ne Chance…

Elba, ja, nein, vielleicht, oder doch nicht???

Bisher hat sich die Insel noch nicht von ihrer besten Seite gezeigt . Aber der Reihe nach .

Spontaner Entschluss bis zum Hafen Pombione durch die Toskana zu brettern . Mo war in Höchstform!Ein paar Schweizer hatten uns erzählt : fahrt nach Elba , weißer Sand , türkisfarbenes Meer und nur eine Stunde Fähre . Klingt so weit verlockend !

Ticket fix gekauft , am Hafen angekommen , sofort in die Fähre rein, alles top !

Campingplatz raus gesucht , über die halbe Insel gedüst , angekommen.

Irgendwas stört uns. Ist der Platz zu dunkel , zu leer, der Strand zu voll, das Meer zu steinig ? Kein Lüftchen geht , gefühlte 100 Grad im Mo. Kein schlaf , keine gute Laune. Weg hier .

Neuer Tag , neuer Campingplatz, Elba auf Anfang?!?

Elba Teil 2:

Vom Osten der Insel quer durch in den Westen. Natürlich über den höchsten Berg ( mit 20-30 km/h. ). Ein Platz, 2 freie Stellplätze. Sandstrand, aber : RIMINI !!!! Ist schon cool, wie Mimi dem Luigi sagt, das gefällt uns nicht. Hauptsaison, Wochenende, nichts gebucht, wahrscheinlich sind wir die einzigen mit einem one-way Fähre Ticket.

Also wieder zurück über den Berg, es war ja so schön, in die nächste Bucht. 3 Plätze, wir nehmen den mittleren. Mo kurz abgestellt, die Plätze angeschaut und uns für ein Platz nah am Meer entschieden. In der kurzen Zeit fährt uns irgendein W I X E R den Spiegel auf der Beifahrerseite kaputt. Es ist nicht unsere Insel. Der Frust wächst… abgestellt, angespannt, ne Maschine Wäsche gemacht und ab ins Meer… aber was ist das? Der Sandstrand geht bis ans Wasser, dann nur Steine. Baden nach links oder rechts zu den anderen?!?!?!? Na gut, zwischendurch die Wäsche in den Trockner. Ins Meer gehüpft, gelernt, dass auf der Südseite bei Südwind alles angeschwemmt wird… wieder nach der Wäsche gesehen, noch nass!!??!! Gesagt bekommen, man hätte doch den linken, statt den rechten nehmen sollen!!! Die 5€ zurück bekommen, aber der linke Trockner natürlich besetzt. Also es läuft richtig gut, tolle Insel. Und wie vorhin vermutet, sind wir echt die einzigen mit einem one-way-Ticket. Die sind alle schon zum 15. mal hier und es ist soooooo schön, wir glauben, die waren noch nirgends, wo es schön ist….

Jetzt ist es halb 8, geduscht, die Wäsche ist noch trocken geworden und wir gehen jetzt was essen. Hoffentlich entschädigt das etwas. Und dann nachher noch nach den Mond schauen,falls wenigstens die Mondfinsternis auf unserer Seite ist..

ALLES wird gut, ohmmm…

Teil 3 wird folgen….

Direkt am Meer

Savona

Der nächste Stopp nach Ventimiglia. Savona, eine größere Stadt mit Industriehafen und vielen Hochhäusern. Und mittendrin ein kleiner Platz. Wir haben den Stellplatz direkt am Meer bekommen. Um an die Stelle zu fahren, mussten alle Platz machen und ihre Schirme schließen. Viel Platz am Strand und wenig Leute. Über dem Bach ist Rimini angesagt. Geschätzte 1000 Sonnenschirme auf 10 Quadratmeter. Die Pizza und das Dosenbier vor Mo direkt am Meer ist ein Traum. Es hat noch nie besser geschmeckt. Direkt nebenan eine kleine Kathedrale, deren Glocken eine Melodie spielen. Richtig schön. Und endlich auch mal „normale“ Menschen mit nem Bulli neben uns. Der Campingplatz-Opa würde Mimi gerne adoptieren… in Sichtweite fährt die Autofähre nach Korsika ab. Es reizt uns ja schon etwas über das Wasser zu schippern. Und Mo freut es bestimmt auch. Mal sehen….

Zwischenstopp…..

Ventimiglia

Wieder in Italien, kurz hinter der Grenze auf einem kleinen verträumten Platz in nur 100 Meter Entfernung zum Strand.

Die italienischen 100 m sind ca. 500 Meter abenteuerlicher Weg entlang einer Kloake. Dann nochmal am Strand entlang bis zum steinigen Liegestrand (Abkühlung inklusive).

Das Meer entschädigt mit einer tollen Farbe.

Trotzdem geht es am nächsten Tag weiter…

Von den Schönen und den Allerschönsten

Um auch einmal dort gewesen zu sein , haben wir uns ein Bootsticket nach St Tropez gekauft . Fast so billig wie SBahn fahren.So weit so gut. Nach einer Viertelstunde sind wir da. Und total überrascht. Lauter kleine Gassen und wunderschöne kleine Häuser. Selbst die noblen Boutiquen sind in süßen kleinen Häusern . Herr Müller ist es trotzdem zu chic und zu trubelig. Wir besuchen trotzdem den Markt . Bunt gemischt von Seifen über Taschen und Spanferkelbraten. Und vor allem : ganz viel Schlauchbootlippen. Ein Hoch auf die Natürlichkeit ! Uns reicht es und nach einem Stop in der Imbissbude schippern wir zurück auf den Campingplatz zu Mo!