Stürmische Zeiten

Auch hier geht’s auf und ab .

Hitze und Sonne wechseln sich mit Windböen ab.

Und Wind ist hier Sturm . Alles fliegt weg . Stühle , Teppiche , Gläser und auch so manche Gedanken .

Manche werden erstmal richtig wild durcheinander gewirbelt im Kopf . Oder alte Gedanken und Ängste kommen wieder .

Oder es wird Platz geschaffen für neues Gedankengut .

Beeinflussen kann man es nicht . Weder das Wetter , noch das Karussell im Kopf .

Kennt ihr den Film : chocolate ? Ein wunderschöner französcher Film in dem es um den listigen Nordwind geht .

Er macht die Menschen verwirrt , ruhelos .

Auch wir überdenken unsere Reisepläne .

Vielleicht gibt uns die Natur ein Zeichen . Ein Zeichen , dass es nun genug ist .

In den Wipfeln der Bäume rauschte es und eine Stimme sagte : nun ist es genug .

Eine Geschichte , die Mimis Mutter immer erzählte als sie noch ein Kind war .

Wir warten ab .

Auf die Ruhe nach dem Sturm . Die Entscheidungen kommen .

Das Karussell im Kopf wird sich beruhigen . Ebenso das Meer .

Haltet auch ihr gut durch im Herbst daheim . Einer Zeit des Wandels . Auch hier wieder gilt : annehmen .

Habt’s fein ❤️

Begegnungen 999

So ein Campingplatz ist eine riesige Mischung aus Menschen . Hier sind die Glamper mit Wohnmobilen zum Preis einer Eigentumswohnung. Manche kommen nur mit dem pkw und einem zelt . Andere haben alte Vans , andere neue .

Man weiß erstmal nichts voneinander .

Am Aufbau des Zelts oder parken des Mobils erkennt man den Anfänger oder Neuling .

Irgendwann kommt man ins Gespräch .

Und oft ist alles anders als es scheint .

Der vermeintliche Grosskotz entpuppt sich als hilfsbereiter bescheidener Mensch .

Die vermeintlich starken jungen Sportler kämpfen in Wirklichkeit jeden Tag gegen die fatigue der Ms.

Oder Dämonen der Vergangenheit und Herzrhythmusstörungen. Und dabei lächeln sie und sind voller Herzlichkeit.

Erstaunlich wie groß die Dichte der erkrankten an multipler Sklerose um die 30 ist . Wir treffen hier gleich zwei davon .

Irgendwie landen sie alle an unserem klapprigen Holztisch vor dem Bus .

Der ewig witzelnde Nachbar hat eine Leidensgeschichte mit der Familie hinter sich .

Ein vitaler 60er einen Herzinfarkt mit vierzig .

Die holländische älterer Damen pflegt ihren Schwerstbehinderten vierzig Jahre alten Sohn.

Und dennoch herrscht hier immer gute Stimmung.

Man tauscht sich aus beim Bier , starrt aufs Meer , ist berührt , dann wieder glücklich .

Alles fügt sich . Die Geschichten wollen erzählt werden .

Ob mit der dicken Rolex Uhr am Arm oder dem second hand Tshirt.

In deutsch , englisch , holländisch oder französisch.

Hier wird nicht nach deinem Beruf gefragt .

Du bist hier und das zählt .

Wir wollten nie zu einer stilisierten Gruppe gehören .

Und doch sind wir hier Teil einer Gemeinschaft geworden . Die September Mafia nennen wir uns untereinander . Die , die immer wiederkommen. Ohne Verabredung .

Es ist gut wie es ist .

Wir lauschen weiter den Erzählungen, geben unsere weiter und sind …. Einfach wir .

Und das sollte man eigentlich überall sein . Einfach SEIN.

Ohne Maske . Ohne Beruf . Ohne bewerten oder messen .

Denn dann ist man genug . Für sich und andere .

Feels like home ❤️

Wir sind dann mal angekommen. Hier . Im Mo . Auf dem Platz . In der Welt .

Mittlerweile sind wir ca drei Wochen unterwegs .

Abläufe haben sich eingespielt , alles wird ruhiger . Wir werden ruhiger .

Der wilde Mistral, der gerade bläst , bläst unser Hirn frei . Alles ist irgendwie weit weg , wir leben im Augenblick .

Klingt abgefahren. Ist es auch .

Wir treffen hier am Platz alte Bekannte , begegnen neuen Menschen , reden viel , erfahren viel . Sprachen vermischen sich .

Wir fühlen uns wohl . Eddie sagt : wir wohnen jetzt am Meer .

Auf die Frage , wie es hier ist , antwortet er mit : perfekt .

Yep , so ist es .

Auf die Frage : was habt ihr heute vor , antworten wir mit : nix . Schauen wir mal , dann sehen wir schon .

Sitzen vor dem Bus , schauen aufs Meer . Baden .Gehen im Pinienwald spazieren . Essen ohne Zeit , gehen schlafen , wenn wir müde sind .

Welcher Tag ist heute ? Weiß nicht .

Macht aber nichts . Wir fließen , so lange es geht .

Sind dankbar .

Wie es morgen ist ?Ob wir dann wieder getrieben sind , sorgenvoll . Wer weiß das schon .

Schicken euch ein wenig Ruhe und Achtsamkeit .

Passt auf euch auf und schafft euch Ruhezeiten . Oasen der Stille . Und wenn’s nur ein Kaffee in Ruhe getrunken ist . Ohne Handy .

Ende für heute .

Leben und Tod

Jetzt liegen wir hier am Strand , der Bus direkt am Meer in der ersten Reihe .

Besser geht es nicht .

Wir sind ohne Erwartungen an die Côte d’Azur gefahren . Zum Campingplatz wie immer . Nicht reserviert .

Zur Not muss man im Pinienwald stehen , paar hundert Meter vom Meer . Wir wären mit allem zufrieden , haben wir es doch ohne großer Probleme bis hierher geschafft .

Wir bekommen den ersten Tag einen Platz mitten drin . Wir sind zufrieden .

Am nächsten Tag bekommen wir einen Platz am Meer . Für eine Woche . Wir sind glücklich und genießen .

Ein unbekannter Junge stürzt mit dem Fahrrad . Herr Müller leistet erste Hilfe bis der Krankenwagen kommt .

Für ihn selbstverständlich.

Am nächsten Tag bekommen wir die Info : Platz am Meer bis Ende September. Jackpot.

Oder Schicksal ? Karma ?

Wir wissen es nicht . Wir sind überwältigt und dankbar .

Dankbar hier zu sein . Als Familie . (Meistens ) glücklich . So gesund , wie wir es eben sein können .

Dann kommt die Nachricht einer alten Bekannten aus Stuttgarter Zeiten .

Als Newsletter .

Normal berichtet sie über ihre Seelenarbeit . Seibstheilung . Achtsamkeit .

Jetzt schreibt sie über ihren Tod. Der bevorsteht . Unerwartet und viel zu früh .

Sie nimmt Abschied in einem Rundbrief . wie eine Tibeterin bereitet sie sich vor für ihren Gang über die Regenbogen Brücke .

Ruhig und mit bedacht sind ihre Worte gewählt . Ohne Gram .

Wir sind …. Ja was eigentlich ? Berührt , traurig , erstaunt , beeindruckt.

Es ist nicht in Worte zu fassen .,

Und dennoch leuchtet das Meer weiterhin in seinem schönsten blau und die Sonne strahlt .

Ihre letzten Worte sind : lebe , lache , weine , tanze und vor allem akzeptiere dich wie du bist . In Selbstliebe .

Es wird einige Zeit dauern das unfassbare zu realisieren . Aber in der Zwischenzeit werden wir leben , lachen , weinen , tanzen , lieben .

Als gäbe es kein Morgen .

Weil jeder Moment zählt .

In Liebe .

Wir wollen me(e/h)r!

Lago ist top um runter zu kommen und sich mal wieder aufs camperleben einzustimmen .

Aber wir wollen mehr ! Meer !

Also sagen wir erstmal Arrivederci und starten unseren Mo.

Länge der Fahrt ungewiss . Hängt von der Dauer ab, nicht den Kilometern . Wir wollen schließlich weder unseren Eddie noch den Mo überanspruchen .

Es läuft ….. erstaunlich gut !

Wir fahren und fahren . Alles schnurrt, alles fein .

Peilen einen Mini Campingplatz auf dem Berg mit Blick aufs Meer an . Nähe Genua.

Für Herrn Müller gut , weil wir einen Plan haben .

Für Mimi schlecht , weil ihr Bauch sagt , der Platz ist voll . Wenig Plätze , viele Italiener in den Ferien. Aber sie schweigt .,

Der Platz ist voll . Aber wir sind relativ cool , nächste Option ne halbe Stunde weiter zum Opa nach Savona. Mini Platz direkt am Meer , aber normalerweise stellt sich der Opa noch irgendwie rein .

Dies mal gibt’s nur noch einen Parkplatz neben der Bar . Egal .

Nächsten Tag Platz am Meer .

Die Anfahrt haben wir euch mal fotografiert 😄

Aus einer Übernachtung werden drei .

Die Leute kennen uns und unseren Bus noch .

Wir werden zum Wein und zum Mittagessen eingeladen . Adoptiert von den italienischen Großfamilien . Eddie spielt mit den Kids und liebt das Meer .

Dolce Vita ❤️

Und die Moral :

Trau deinem Bauch !! Eigentlich wissen wir doch immer genau was gut für uns ist .

Man muss sich nur trauen . VERtrauen !

Maßarbeit vorbei an Tischen , Sonnenschirmen !

Begegnungen Teil ?

….oder deja vu???

Vor vier Jahren hat dieser Mann schon Herr Müller fasziniert. Er erinnerte ihn an „der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway.

Ein alter Mann (mittlerweile 83!!!), der in einer Seelenruhe jeden Abend hinausfuhr um zu fischen.

Herr Müller musste ihn diesmal einfach ansprechen und ihm die Bilder von vor vier Jahren zeigen. Er war sehr erfreut und holte sogar seine Frau, die ein paar Worte englisch sprechen kann. Herr Müller schickt Ihnen die Bilder und half das Boot ins Meer zu lassen. Er solle doch mit hinaus fahren, aber da das Meer sehr wild ist, wäre es wohl besser am nächsten Abend. Die Ausbeute dieses Abends waren 2 Fische, die den beiden aber das Abendessen sicherte.

Herr Müller ist etwas erleichtert, da er etwas skeptisch ist, mit dieser „Nussschale“ aufs offene Meer zu fahren. Andererseits ist Mario, der alte Mann bereits 83 und macht es jeden Tag. Und wann bekommt man wieder einmal so eine Gelegenheit.

Am nächsten Tag ist Regen und Gewitter. Das wird nichts. Beim nächsten mal aber bestimmt…..

2018
2018
2022
2022
Ausbeute von ca. 5 Stunden Zeitaufwand

Coming home

So bissle fühlt es sich an am Lago Maggiore.

Wir kennen den Campingplatz und der Campingplatz kennt uns .

Alles total entspannt . Schöner Platz , schöner See , gute Pizza .

Was braucht man mehr ?

Nachbarn . Denn natürlich stehen wir nicht allein auf dem Platz .

Und wieder hat sich der alte Spruch bewahrheitet: man sieht erst auf den zweiten Blick gut . Oder der erste Eindruck kann auch täuschen .

Vermeintlich coole Leute stellen sich als ignorante Besserwisser heraus .

Vermeintlich spiessige Leute sind vollkommen relaxed und machen ihr Ding . In ihrem Tempo .

Und wir ?

Wir legen mal unsere Brille wieder ab und sehen mit dem Herzen . Vielleicht nicht gleich beim ersten Blick , aber zumindest beim zweiten .

Sind wir nicht alle froh , wenn nicht vorverurteilt wird , wenn man zu Wort kommt , wenn man ernst genommen wird , leben darf wie man will ohne Rechtfertigung??

Na …? Eben .

Also , leben und Leben lassen .

Und wir haben ganz gut gelebt am Lago Maggiore …!

Ein paar Eindrücke für euch ❤️

Nachtrag 2

Im Schnelldurchlauf..

Bodensee war mega, aber wir wollen weiter .

Nächster stop Vierwaldstätter See . Und wie immer : Kalt und mieses Wetter .

Wir kennen zum Glück einen Campingplatz . Direkt am See auf einer großen Wiese .

Mit Spielplatz und coolen Kiosk .wir nutzen die Zeit ohne Regen um mit Eddie draußen zu spielen .

Plötzlich bekommt Herr Müller eine Nachricht .

Sein Kumpel aus Bern schickt uns einen Artikel in einer Schweizer Zeitschrift . Über uns !! Aktuell .

Wir wussten nix davon . Null .

Hat also irgendein Verlag unsere Geschichte samt Fotos weitergegeben .

Und wir sind auch noch gerade in der Schweiz .

Zufälle gibt’s oder eben Schicksal .

War die perfekte Aufmunterung für uns an einem trüben Tag.

Getopt von einem selbstgemachte Burger der Chefin vom Platz .

Wir sind wieder versöhnt .

Finden es aber trotzdem toll am nächsten Tag Richtung Lago Maggiore aufzubrechen .

Schweiz du hast es gut gemeint mit uns , aber es geht noch besser !

Auf wiederluga!

Nachtrag 1

Die Route der Reihe nach.

Von daheim Richtung Bodensee .

Fahrt war semi entspannt , schön einen gesperrten Tunnel gehabt , Stau , danke an den Feueralarm, der keiner war .

Egal . Irgendwann kommen wir an .

Campingplatz ohne Reservierung. Geilen Platz bekommen auf der Wiese direkt am See.

Wir entscheiden uns für entspannen statt abspannen.

Eddie rast sofort zum Spielplatz, wir entscheiden uns für kühle Getränke.

Um uns rum nur coole Leute mit kleinen Bussen oder Zelten . Da wird gechillt in der Sonne , dort Yoga gemacht , Gitarre gespielt . Mega . Genau unsere Welt .

Abends kommt ein Typ der singt ins kleine Bistro . Lagerfeuer Atmosphäre.

Eddie tobt mit anderen kids, wir genießen unseren Wurstsalat.

Wir schauen uns an und denken : alles richtig gemacht . Zur richtigen Zeit am richtigen Ort .

Einatmen ausatmen genießen .

Viel zu oft vergessen .

Inne halten . Das Karma Rad dreht sich und wir drehen uns mit . Auf und ab.

Let it go…. 🙏immer dran denken ❤️

Geschafft ….

Yes, während ich das schreibe sitze ich im Campingstuhl und glotz auf den Lago Maggiore.

Wir sind hier . Mit dem Mo . Unser erstes Ziel mit paar Tagen relaxen .

War es einfach ? Nee .

Aber der Reihe nach .

Der Bus war gepackt . Alles easy ohne Eile geschafft . Noch nebenher paar tolle Events mit Freunden gehabt . Ganz entspannt .

Und dann? Einen Tag vor Abfahrt bekommt Eddie Fieber , schläft freiwillig . What ?!?!

Kann das sein ? Soll es nicht sein ?

Gleichzeitig bekommt Herr Müller Zweifel . Ob es gut ist , gut geht vor seiner anstehenden Operation noch zu vereisen .

Chaos im Kopf . Bei jedem .

Am Tag der Abfahrt bis halb zehn im Bett gelegen . Gegrübelt bis zehn Uhr .

Eddies Fieber ist weg . Er will in Urlaub .

Mimi Gedanken :

Wollen wir jetzt immer warten bis sich unsere Krankheiten melden . Wollen wir immer in Sicherheit daheim bleiben und warten bis was passiert . Ängstlich . Immer in Panik vor dem nächsten Schub , de nächsten op , der nächsten Diagnose ?

NEIN!

Wir bestimmen über unser Leben !

Wenn was passiert gibt es Ärzte . Überall .

Wenn nix passiert , gibt es schöne Momente und Erinnerungen .

Was würdet ihr wählen ?

Wir entscheiden uns fürs Risiko .

Und zeitgleich fürs Leben. Unser Leben .

Wir fahren .

Richtung Bodensee .

Gut fühlt es sich an .

Mehr davon demnächst .

Jetzt müssen wir kurz das Leben genießen und eine Runde schwimmen gehen .

Carpe diem ❤️