Back in the Game oder zurück in Deutschland

Wir haben es geschafft . An alle die mitgefiebert , gebetet , unterstützt und an uns gedacht haben .

DANKE!

Samstag war es soweit . Unser Flug ging relativ pünktlich raus . Die Crew sehr bemüht und umsonst essen und trinken gab es auch . Und als die Essenspakete nicht für alle Passagiere reichten , wurde geteilt . ( Eingeschweißte Lebensmittel natürlich ). Fremde Menschen teilten ihr essen . Ohne Murren . Das rührte sogar die Stewardess bei der Abschiedsrede über Mikrofon zu Tränen . Und dann haben wir alle zusammen applaudiert . Nicht dem Piloten , nein, UNS allen .

Weil es in diesem Flugzeug menschlich zuging . Und es Solidarität gab . Das war schön . Ungewohnt und rührend .

Und vom Flughafen würden wir auch abgeholt . 1000 Dank an dieser Stelle noch mal !!

Jetzt verbringen wir wie ihr auch unsere Tage daheim , unterbrochen vom Supermarkt Besuch auf der Suche nach Klopapier.

Jede Nation verbringt die Tage der bevorstehenden Apokalypse eben anders … !

Wir sind NICHT in Quarantäne, da wir aus keinen Risikogebiet kamen . ( Madrid wäre eins gewesen ).

Getestet wurden wir nicht , unsere Freunde in Weißrussland aber . Negativ. Wir fühlen uns gut , keine Symptome , also alle bitte aufatmen die uns zufällig auf der Straße sehen .

Dennoch : wir bleiben zu Hause !

Ihr auch ??

Ausgangssperre

#quedateencasa

Seit Sonntag haben wir nun Ausgangssperre. Und langsam glaubt auch Herr Müller, dass sie schießen würden. Es ist gespenstig. Polizei und Militär, teilweise mit schwerem Gerät, fahren streife. Jeder, der keine Einkaufstasche dabei hat, wird kontrolliert. Mehrmals am Tag und in der Nacht fährt ein Fahrzeug mit Lautsprecheransagen durch die Straßen und teilt in mehreren Sprachen mit, das Haus nicht zu verlassen. Es ist Krieg. Man ist verunsichert. Man kann sich es nicht vorstellen, da man es noch nicht erlebt hat. „Ihr seid ja im warmen,… das ist doch nicht so schlimm,… usw.“ das hätten wir auch vorher gesagt, aber : ES IST HART. Unsere Freunde aus Weißrussland wohnen gerade mal 50m auf der anderen Straßenseite. Es kommt einem vor, als wäre es in einem anderen Land. Sie sollten heute nach Madrid fliegen, um übermorgen nach Minsk weiterzufliegen (einen total überteuerten Flug, den sie ergattern konnten), bekamen aber am Flughafen gesagt, der Flug sei gecancelt. So sind sie wieder hier, zum Glück ist die Wohnung frei. (Es kann ja auch niemand kommen). Wir werden sehen, wie es weiter geht. Wir wollten uns auch beim auswärtigen Amt registrieren, jedoch ist die Seite wohl dauerüberlastet. Ursprünglich hatten wir einen Flug für den 28.03.. nun haben wir auch einen für den 21.03. ergattern können. Es soll ein Condor-Rückholflug sein. Vielen Dank an dieser Stelle für die Hilfe und Unterstützung aus Deutschland. Wir sind gespannt. Noch sind wir gelistet und der Flug ist es auch. Es bleibt spannend und Daumen drücken ist ausdrücklich gewünscht ..!

Gefangen im Paradies

Jetzt ist es ernst. Spanien verhängt den Notstand. Ausgangssperre ab heute morgen. Nur noch zum Supermarkt, Apotheke und Doktor. Wow. Gestern sagte Herr Müller noch, sie würden uns schon nicht erschiessen, wenn wir eine Runde spazieren gehen. Heute morgen teilte uns die Polizei auf sehr bestimmende Weise mit, wir sollen doch nach Hause gehen. Jetzt sitzen wir hier, in unserer Bude und wissen auch nicht weiter. Zum Glück hat der Balkon Sonne und wir waren gestern nochmal essen. Das positive ist, dass die Pizzeria weiterhin geöffnet hat und man wenigstens Pizza mit nach Hause nehmen kann. Nur wie lange soll das gut gehen , wann kommt der Koller. Mimi ist das heute schon Zuviel. Die Sperre sollte ab morgen sein, sie wollte heute nochmal baden. Jetzt ist alles anders, mal sehen, was noch passiert.

Früher war alles anders oder size NOT matters

Heute beginnt es mit einem Foto :

Seht ihr das minikleine Auto ? Auf dem RIESEN Parkplatz ? Unglaublich klein das Kütschle, oder ?

Der Parkplatz reicht eigentlich für zwei von denen. Heute wäre es fast ein Smart Parkplatz und wer mit seinen Status – SUV kommt , kotzt erstmal wegen der Enge .

Früher ist man mit so einem Miniauto in Urlaub gefahren . Zu viert . Mit Skiern. Natürlich mit Gepäck ! Gut , es war vielleicht ein VW Käfer , aber mit dem würde man heute noch höchstens zu zweit zum Oldtimer treffen fahren .

Statistisch gesehen sind wir Menschen dagegen in den letzten 30 Jahren kaum größer geworden . Breiter vielleicht ..

und trotzdem meint jeder auf die Größe kommt es an . Wissen wir nicht spätesten seit Oswalt Kolle , dass eben nicht die Größe ausschlaggebend ist ?

Minis Freundin ist eine kleine Frau , kaum größer als ein Zwerg (nicht böse , despektierlich oder irgendwas gemeint !!)und wuppt Ehemann , zwei Schwangerschaften , die dazugehörigen Kinder und bis vor kurzem noch einen Riesenhund. Ach und berufstätig ist sie auch noch . Geht alles .

Wo ein Wille ist , ist auch ein Weg .

Ein Auto ist ein Auto und wir sind wir . Egal wie groß oder klein .

Das wars . Die minikleine Botschaft zum Samstag .

Schönes Wochenende!

Tut er‘s oder tut er es nicht ?

Herr Müller ist der Meinung etwas Zuviel Gewicht auf die Waage zu bringen. Also fängt er wieder an etwas zu laufen. Also man kann es nicht laufen nennen, aber leichtes joggen trifft es. Angefangen mit ca. 3 km in ca. 20-25 min. bis hin zu 5 km in ca. 35 min. Einfach etwas Bewegung. Die zuvor extra gekaufte Waage dankt es. Unsere Freunde aus Weißrussland sagen, dass in unserer Stadt ein Lauf über 5 km stattfindet und ob es nicht schön wäre, wenn Herr Müller und sie da mitlaufen würden. Herr Müller sagte sofort dass er keine 5 km laufen würde und sich nicht seine Zeiten kaputt machen würde. Außerdem hat der Arzt gesagt, keine Wettkämpfe mehr, nur noch leichte Bewegung. Somit war das Thema eigentlich vom Tisch. Aber nach einer schlaflosen Nacht in der man sich viele Gedanken machen konnte, wurde ihm klar, dass dieses Denken altes Leben ist. Höher, schneller, weiter. Am nächsten Tag sagte er zu ihnen : „ lets have fun, we do it“ und meldete sich gleich abends für den Lauf an. Die nächsten Tage wurde dann etwas mehr gelaufen, man will ja nicht als letzter ins Ziel kommen. (Danke an Mimi und Eddie, die etwas zu kurz kamen).

Heute war es nun soweit. Start um 9.00 h spanischer Zeit. Nachdem wir dreimal von der startaufstellung zu einem Platz mit Mikrofon gerufen wurden und und dort irgendwas angehört haben, was wir nicht verstanden haben, ging es auch um kurz nach halb zehn los. Das Rennen war super und jeder gab sein bestes und war total KO. Danach gab es Kleinigkeiten zu essen und Bier soviel man wollte. Ja, Bier mit Umdrehungen und kein alkoholfreies wie nach einem Lauf in Deutschland. Es war ein Super Tag. DANKE an alle.

Alle guten Dinge sind drei

Oder ?

Wir wurden jetzt schon drei mal gefragt , ob wir hier leben . Das letzte mal von einem Einheimischen auf dem Markt . Und das beste : es war keine Frage , sondern ein : Ihr lebt aber hier , richtig ?

Und das ganze mit unseren kläglichen spanischKenntnissen. Aber es reicht für eine kleine Unterhaltung, holprig aber verständlich.

Im Dorf werden wir gegrüßt , man kennt sich und uns sowieso jeder . Das bunte Paar mit dem rothaarigen Baby . So hat uns unsere italienische Freundin hier beschrieben als sie uns das erste mal sah.

Wir fühlen uns wohl . Sauwohl sozusagen .

Mittlerweile sind wir im letzten Drittel unserer Zeit hier . Das fühlt sich komisch an. Wir gehören hier doch her , oder ?

Eddie ist ein Weltenbummler- Baby.

Das ganze Dorf liebt ihn und er hat Freunde hier gefunden .

Und wir auch .

Hatten schon wundervolle Abende bei unserer italienischen Familie und bei unseren Freunden aus Weißrussland.

Wie es weitergeht ?

Man wird sehen . Die kleine Familie denkt nach . Gründlich .

Und hier wieder mal ein paar Eindrücke für euch ❤️

Narri Narro, immernoch froh

Ein herzliches Helau von der Insel!

Ne wir sind nicht verrückt , hier ist immernoch Karneval und es geht noch weiter !

Im Gegensatz zu uns beginnt der Karneval hier in der Hauptstadt und wenn die Feierlichkeiten beendet sind , geht’s in den umliegenden Gemeinden weiter .

Heißt für uns : Fasching bis Mitte März !

Und damit ihr mal einen Eindruck bekommt , warum auf Teneriffa der zweitgrößte Karneval der Welt nach Rio gefeiert wird , bzw wie , ein paar Bilder von unserem ersten Besuch !

Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch

Da sind wir nun schon ein paar Wochen auf Teneriffa . Kennen die Frau vom Bäcker , diverse Jungs aus der kleinen Kneipe , die alten Leute von der Piazza .

Und : haben neue Freunde gefunden .

Mimi hat auf dem Spielplatz zwei junge Frauen kennengelernt . Die eine kommt aus Weißrussland und verbringt hier mit Mann und Baby auch drei Monate .

Die andere ist Italienerin und lebt seit einem halben Jahr hier mit Mann und zwei Kids .

Wir unterhalten uns auf englisch , Italienisch und russisch . Und alle drei freuen wir uns hier an der Sonne und dem Meer. Den freundlichen Menschen , die unsere Kinder einfach ansprechen , stehen bleiben , Zeit für einen kurzen Plausch haben . In den Cafés sitzen und reden . Am Spielplatz stehen und jeder hilft jedem Kind . Essen wird geteilt , egal in welcher Sprache .

Wir alle drei haben uns einsam gefühlt in unseren alten Welten . Gehetzt , angetrieben von fremden Erwartungen. Und teilweise wie Aliens, weil wir doch einfach mal nur glücklich sein wollten . Ohne Eile . Und das können wir gerade hier . Das fühlt sich gut an. Freier . Leichter.

Wir drei kommen aus unterschiedlichen Teilen der Erde und treffen uns hier . Mit den gleichen Sehnsüchten , Hoffnungen , Ängsten und Träumen.

Unsere Kinder spielen , wir trinken ein Bier zusammen . Unsere Männer sind dazu gekommen .

Und es fühlt sich gut an. Mensch sein. Carpe diem 🙏

and this is for our new friends :

A human is a human is a human ..

Right now we are several weeks in Tenerife. We know the lady from the Bakery, some guys from the small bar at the corner, the older people sitting at the Piazza.

And: we made new friends.

Mimi met two young mums at the playground.

One is from Belaruss and lives here three months with husband and baby.

The other one is italian and lives here since six months with husband and two kids.

We are talking in english italian russian.

And we all enjoy the sun, the sea, the smiles of the people living here, the nice words foreigners speak to our kids, the helping hands at the playground, kids sharing food and toys. People who have time for a chat at the piazza or just sit in the sun enjoying life.

Everyone of us felt a bit lonely at home, misunderstood, sometimes like an alien. Always in a hurry, rushing from A to B. While we only wanted to be happy.

And so are we here. Life is brighter and more easy. We feel free. Accepted.

We three ladies come from different countries but we all have the same wishes longings and hopes and fears. We met here. Destiny.

Our kids are playing, we are having a drink together. Our husbands join us.

Feels good. Being Human.

Carpe diem 🙏

Teneriffa, oder wo?

Wir sind fast 5 Flugstunden von zuhause entfernt. Lernen etwas spanisch, damit wir besser zurecht kommen und uns etwas verständigen können. Also Mimi kann es problemlos, bei Herr Müller ist es eher auf ola, cerveza, grazias und Adios beschränkt. Aber er ist stets bemüht und lernt jeden Tag dazu. Es ist nun mal anstrengender nicht in seinem gewohnten Umfeld oder in seiner Komfortzone zu sein. Gerade für uns. In einem fremden Land mit einer fremden Sprache. Aber wir tun unser bestes und es wird jeden Tag besser und einfacher. Sogar die etwas ältere Bäckersfrau ist schon Herr Müllers Freundin geworden, da er jetzt nicht nur unfallfrei Brot bestellen kann, sondern auch weiß, was er zahlen muss. Zuhause kommen unsere Fahrzeuge aus Mimis Heimat, hier fahren wir einen aus Herr Müllers. Er sagte zwar immer, wenn er mal einen Opel fährt, dann einen Opel GT (gebaut um 1970 für damals den kleinen Playboy, wie es eine hessische Band besang.) Jetzt ist es ein Mokka für die restliche Zeit und er ist wesentlich besser, als sein italienischer Vorgänger, den wir 10 Tage hatten.

Und wir wollen ja auch hier sein, im warmen, am Meer. Regionale Produkte essen und trinken. Spanische Märkte bevorzugen. Da ist es schon komisch, wenn in uns bekannten Supermärkten der Wein aus Rheinhessen kommt und Festbier angeboten wird. Und das noch billiger als zuhause. Oder es nach einem Einkauf Hot-Dogs und softeis gibt, sowie Sportbekleidung.

Naja, am Abend gibt es wieder fangfrischen Fisch und Wein und Bier aus der Region.

In diesem Sinne :“salud“