So ein Campingplatz ist eine riesige Mischung aus Menschen . Hier sind die Glamper mit Wohnmobilen zum Preis einer Eigentumswohnung. Manche kommen nur mit dem pkw und einem zelt . Andere haben alte Vans , andere neue .
Man weiß erstmal nichts voneinander .
Am Aufbau des Zelts oder parken des Mobils erkennt man den Anfänger oder Neuling .
Irgendwann kommt man ins Gespräch .
Und oft ist alles anders als es scheint .
Der vermeintliche Grosskotz entpuppt sich als hilfsbereiter bescheidener Mensch .
Die vermeintlich starken jungen Sportler kämpfen in Wirklichkeit jeden Tag gegen die fatigue der Ms.
Oder Dämonen der Vergangenheit und Herzrhythmusstörungen. Und dabei lächeln sie und sind voller Herzlichkeit.
Erstaunlich wie groß die Dichte der erkrankten an multipler Sklerose um die 30 ist . Wir treffen hier gleich zwei davon .
Irgendwie landen sie alle an unserem klapprigen Holztisch vor dem Bus .
Der ewig witzelnde Nachbar hat eine Leidensgeschichte mit der Familie hinter sich .
Ein vitaler 60er einen Herzinfarkt mit vierzig .
Die holländische älterer Damen pflegt ihren Schwerstbehinderten vierzig Jahre alten Sohn.
Und dennoch herrscht hier immer gute Stimmung.
Man tauscht sich aus beim Bier , starrt aufs Meer , ist berührt , dann wieder glücklich .
Alles fügt sich . Die Geschichten wollen erzählt werden .
Ob mit der dicken Rolex Uhr am Arm oder dem second hand Tshirt.
In deutsch , englisch , holländisch oder französisch.
Hier wird nicht nach deinem Beruf gefragt .
Du bist hier und das zählt .
Wir wollten nie zu einer stilisierten Gruppe gehören .
Und doch sind wir hier Teil einer Gemeinschaft geworden . Die September Mafia nennen wir uns untereinander . Die , die immer wiederkommen. Ohne Verabredung .
Es ist gut wie es ist .
Wir lauschen weiter den Erzählungen, geben unsere weiter und sind …. Einfach wir .
Und das sollte man eigentlich überall sein . Einfach SEIN.
Ohne Maske . Ohne Beruf . Ohne bewerten oder messen .
Denn dann ist man genug . Für sich und andere .


