Angefangen hat es 2008 als mein rechter Arm einschlief und nicht mehr aufwachte. Er wurde taub und das rechte Bein kam dazu. Dieses erwachte durch eine Cortisonbehandlung wieder. Ca. 1/2 Jahr etliche Untersuchungen und Krankenhäuser später – keine Diagnose. 2013 nachdem das Bein wieder mal einschlief, etlichen Cortisonbehandlungen und Krankenhausaufenthalten später die Diagnose : MS.
Ich lag im Krankenhaus und die Visite kam herein. Die Chefärztin sagte : Herr Müller, sie haben MS, was machen sie jetzt? Ich sagte ganz schlagfertig, dann bringe ich mich jetzt um. Allenernstes sagte sie, dass das keine Lösung sei und wollte mich als Suizidgefähdet einstufen. Ich sagte ihr, dass es ein Spaß meinerseits war und ich mich doch erstmal mit dem Thema beschäftigen muss. Damals war für mich MS=Muskelschwund. Ein Jahr die Diagnose, das nächste Jahr Rollstuhl, das übernächste Jahr tot. Ich sagte zu ihr, sie könne das wohl nicht jedem so beibringen, das wäre wohl das letzte.
Also etwas bedachter Leben, etwas weniger Stress und sowieso etwas weniger von allem. Ich wechselte von der Disposition über die Administration in die Abrechnung. Scheinbar aber damit nicht genug. Ich blieb eben ich, der um jeden Cent und um jede Palette in der Firma kämpfte.
Somit kam es 2017 zum Herzinfarkt. 2 Stents bekommen. Die Warnschüsse des Körpers wohl vorher nicht richtig gehört, bzw. nicht richtig ernst genommen. Jetzt weiß ich, es waren schon 3 Schüsse. Was passiert beim nächsten? Kommt überhaupt ein nächster? Zum Glück weiß man es nicht. Bis dahin : Lebe, Liebe, Lache – jeden Tag. Ich habe eine taube Hand, einen eingeschlafenen Arm und am meisten muss ich jeden Tag gegen die Fatigue kämpfen. Aber ich habe eine tolle Frau und einen tollen Jungen, die ich über alles Liebe und die mich brauchen und die ich brauche 😍.


